Das Windhundprinzip in der Personalvermittlungsbranche ist, wenn mehrere Personalagenturen von einem Arbeitgeber mit dem gleichen Personalsuchauftrag betraut werden.

Nur eine Personalagentur kann am Ende des Vermittlungsprozesses das Vermittlungshonorar für den entstandenen Recruiting- und Researchaufwand erhalten. Alle anderen beteiligten Personalagenturen gehen leer aus und haben umsonst gearbeitet.

Eine Agentur, die sich einem Windhundprinzip anschließt kennt das Risiko genau und wird u.a. aus ökonomischen Erwägungen gezwungen sein, den Aufwand sehr in Grenzen zu halten. Das bedeutet, dass viele notwendige und wichtige Planungs-, Recruiting- und Researchmaßnahmen nicht oder nur halbherzig angegangen werden, weil stets die offensichtliche Gefahr droht, zu den Agenturen zu gehören, die den Personalsuchauftrag storniert bekommen und damit leer ausgehen. Für Arbeitgeber mag das auf den ersten Blick komfortabel sein, beim genaueren Hinsehen ist es das aber ganz und gar nicht. Hier stellt sich automatisch für alle Beteiligten die Frage, wer profitiert hier eigentlich? Die richtige Antwort lautet: Niemand

Warum?

Der Personalsuchauftraggeber hat die Nachteile,

  1. dass er mit mehreren Ansprechpartnern von Personalagenturen kommunizieren muss. Sich stets dokumentieren muss, mit wem was wann besprochen wurde und von wem welcher Kandidatenvorschlag kam.
  2. dass bis zur Besetzung der Vakanz viel mehr Zeit als nötig vergeht, weil alle Personalagenturen lediglich auf "Sparflamme" arbeiten, immer mit der Angst im Nacken, man geht leer aus
  3. dass er regelmäßig beteiligte Agenturen enttäuschen muss, weil sie leer ausgehen, das frustriert jedes Mal mehr
  4. sich Abstimmungsprobleme hinsichtlich Stellendetails häufen, nicht die Zeit für Optimierungen da ist, ...
  5. dass er damit zu rechnen hat, auch wniger passende Kandidaten vorgeschlagen zu bekommen, weil der Erfolgsdruck auf der Personalagenturseite stetig wächst

Die Personalvermittlungsagentur hat die Nachteile,

  1. dass regelmäßig eine andere der Agenturen den Lohn für die Arbeit erhält
  2. dass die Personalsuchaufträge mit klarer Beauftragung und Honorierung vorrangig bearbeitet werden müssen
  3. dass Einsatzfreude, Motivation und Konzentrationsfähigkeit in der Auftragsbearbeitung bei "Winhundprinzip-Personalsuchaufträgen" mangelhaft sein müssen
  4. dass die Frustration im Recruiting- und Researchteam stetig steigt

 

Die ganze Sache wird noch drastischer, wenn

der Arbeitgeber selbst einen Mitarbeiter gefunden hat oder den Auftrag aus anderen Gründen storniert und somit an alle Agenturen eine Stornoinfo sendet. Dann gehen alle Personalagenturen leer aus und bleiben auf ihren Kosten sitzen. Das ist wirtschaftlicher Selbstmord.

Im Ergebnis bedeutet dies häufig, dass alle beteiligten Personalagenturen sich nicht voll und ganz auf die erfolgreiche Besetzung konzentrieren können, denn am Ende das Tages arbeiten bei jeder Personalagentur Menschen und denen kann man schlecht sagen, "... tolle Arbeit, aber Entlohnung gibt es keine, weil der Kunde zwischenzeitlich storniert hat ..."

..."